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Projekt Schifffahrts- und Hafenmuseum

Dass die Stadt Lübeck ihre Existenz und ihre Größe der Schifffahrt verdankt, dürfte unbestritten sein. Bereits die Stadtgründung resultierte aus der Suche nach einem geschützten Hafen mit tieferem Fahrwasser als Nachfolgehafen für Haithabu, über den die neuen Handelswege in den Osten und Norden Europas führen konnten - erst war der Hafen, dann entstand die Stadt.
Auch die in der Hansezeit entstandene wirtschaftliche und politische Bedeutung der Stadt ergab sich aus der Lage und der Größe des Hafens und der Größe und Stärke ihrer Flotte, und bis heute ist der Hafen einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt geblieben. Der Schiffbau war, neben den Handelsprivilegien, ein Garant der Macht Lübeck's. Dieses kann man daran ermessen, dass in Lübeck gebaute Schiffe wegen des hohen technischen Niveaus erst nach einer festgelegten Zeit nach außerhalb verkauft werden durften.
Eigens für den Schiffbau angelegte Eichenwälder im Umland der Stadt unterlagen einem besonderen Schutz, so war das unerlaubte Fällen einer Eiche aus diesen Wäldern mit der Todesstrafe bedroht. Sogar die Seefahrernation England bezog im Mittelalter einige ihrer größten und prunkvollsten Schiffe aus Lübeck.

Dennoch verfügt Lübeck über kein Museum, welches die Geschichte des Hafens und der Schifffahrt entsprechend der historischen Bedeutung würdigt, das eine geschlossene Übersicht über die Entwicklung von Hafen und Hafenumschlag, Schiffbau und Schifffahrt sowie der Fischerei und dem Fernhandel bietet.

Unsere Gesellschaft hat deshalb 1993 die Errichtung eines Museums zur Darstellung der Lübecker Hafen- und Schifffahrtsgeschichte als ein weiteres Projekt beschlossen. Hier soll die Entwicklung des Lübecker Hafens und der lübschen Gewässer, die Geschichte der Gilden, Companien und Reedereien, der Schiffe und des Schiffbaues an der Trave, sowie der Fischerei von der Gründung der Stadt bis in die Gegenwart aufgezeigt werden.

Als Standort für das Museum streben wir ein Gebäude aus dem maritimen Bereich mit möglichst direkter Lage am Wasser an, etwa ein ausgedientes Werft-Gebäude oder ein historischer Hafenschuppen. Zum einen stellen diese Gebäude für sich allein bereits ein Stück Hafen- oder Schiffbau-Geschichte dar, zum anderen kann durch die Einbeziehung von historischen Fahrzeugen (z.B. Feuerschiff "Fehmarnbelt" oder Segler aus dem Museumshafen) eine attraktive thematische Einheit gebildet werden.
Bei der Ausstattung des Museums möchten wir grundsätzlich die in Lübeck ansässigen Hafen-, Schifffahrts- und Schiffsbaubetriebe in die Ausgestaltung der sie betreffenden Sektionen einbinden.
Neben der Anfertigung von Modellen durch unsere Gesellschaft und der Verwendung von Leihgaben aus Firmen-, Behörden- oder Privatbeständen hoffen wir, dass auch Exponate aus den Beständen der Stadt zur Verfügung gestellt werden, wie auch Inventar der ehemaligen Seefahrtsschule Lübeck.
Bei entsprechendem Gelände streben wir eine Einbindung unseres Projektes "Hanseschiff" in den Museumsbereich an, wodurch mit Museum, historischer Schiffswerft und Traditionsschiffen ein äußerst attraktiver maritimer Museums-Park für Lübeck geschaffen wird.

© Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck (gemeinnützig) e.V. zurück zur Projekt-Übersicht